Was gelernt
Zur Vorbereitung auf diesen Blogeintrag wollte ich den heutigen Nachmittag noch einmal kurz nachbereiten. Wie gesagt: kurz. Hat natürlich nicht geklappt, weshalb es jetzt doch wieder später geworden ist. Für diejenigen, die sich schon gewundert haben, warum hier heute bislang noch nichts Neues zu lesen war, obwohl wir doch tägliche Aktualisierung geschworen haben, also die Erklärung unseres Schweigens: Als Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbibliothek sollte man natürlich wissen, was in diesem Haus so alles vor sich geht – womit natürlich keine Liebel- oder Streitereien gemeint sind –, und damit haben wir heute begonnen.
Auf dem Plan standen mehrere Einführungen in die verschiedenen Projekte des Münchner Digitalisierungszentrums. Zugegeben: Mir schwirrt immer noch ein wenig der Kopf davon, vor allem, weil die BSB ja eine nicht zu leugnende Vorliebe für Akronyme hat. Als Erstes haben wir kennen gelernt: die ZEND, die Zentrale Erfassungs- und Nachweisdatenbank, die so etwas wie das Herz des digitalen Verwaltungskreislaufs darzustellen scheint. Nichts Digitales, das in der ZEND nicht einmal in seinem langen Leben vorbei käme.
Danach wurde uns die Personennormdatei-Systematik, kurz PND, unter anderem anhand von Clemens Baader vorgeführt, der mir zuvor nur ungefähr ein Begriff war, es nun aber auf immer bleiben wird, dank eines wunderbaren Buches, das er verfasst hat und das sich da nennt: Das gelehrte Baiern oder Lexikon aller Schriftsteller, welche Baiern im achtzehnten Jahrhundert erzeugte oder ernährte. Darin kann man sogar virtuell blättern, denn auch dieses Buch ist freilich längst digitalisiert.
Und um noch etwas zu den PNDs zu sagen: Sie dienen dazu, dass Personen eindeutig per Nummer identifiziert werden können, damit man gleichnamige eben nicht mehr verwechselt. (Friedrich Eberts zum Beispiel saßen zeitweise zwei im Reichstag, wie wir erfuhren.) Das vereinfacht und strukturiert nicht nur die Suchvorgänge, sondern verbessert auch die Vernetzung der unterschiedlichsten Datensätze; weshalb sich die Wikipedia ja mittlerweile ebenfalls der PNDs bedient. (Der quasi gegenteilige Fall, wenn zwei verschiedene Datensätze ein und derselben Person existieren, die digitale Version der Schizophrenie also, heißt schlicht und einfach „M-Fall“.)
Von Herrn Busch ging es weiter zu Frau Braun, die uns die ViFa Musik, die Virtuelle Fachbibliothek Musik vorstellte, und zu Herrn Krahl, der uns Probado, d.h. das Projekt „Prototypischer Betrieb allgemeiner Dokumente“, präsentierte. Letzteres ist wirklich ein, Entschuldigung: abgefahrenes Ding. Drei Universitäten und zwei Bibliotheken arbeiten – wenn ich das alles richtig verstanden habe – offenbar daran, die nicht-textuelle Suche zu etablieren. Im Moment wird das anhand von 3D-Architekturmodellen und Musik versucht, die dann eben nicht mehr zuvörderst mittels Worten, sondern mittels genuin architektonischer bzw. musikalischer Merkmale durchsuchbar sein sollen. Hier gibt es ein Video der musikalischen Vision von Probado. Das erklärt´s besser, als ich das kann.
Danke jedenfalls an alle, die heute daran beteiligt waren, uns ein bisschen schlauer zu machen, und uns damit so viele neue Ideen in den Kopf gepflanzt haben. Morgen geht´s weiter mit der Entdeckungsreise …
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